Galerie de portraits dans le hall du musée Les Mineurs Wendel. © Musée Le Mineurs Wendel

Geschichte der Grube Wendel

Vue aérienne du siège Wendel. © Gilbert FRIDERICH

Im Juni des Jahres 1856 wurde der erste Kohleblock in Kleinrosseln im Schacht Saint-Charles zu Tage gefördert – nur zwei Kilometer von dem Ort entfernt, der später zur „Grube Wendel“ werden sollte. Im Anschluss an diese Entdeckung macht Emile Vuillemin, beratender Ingenieuer bei der von Charles de Wendel und Georges Hainguerlot gegründeten Compagnie Anonyme der Gruben in Stiring, den Vorschlag, zusätzliche Bohrungen weiter südlich durchzuführen, um den nach Norden hin durch die Grenze eingeschränkten Abbau zu erweitern.

Zwischen 1862 und 1889 werden daher weitere Schächte gebohrt: Wendel 1, Wendel 2, Vuillemin 1 und Vuillemin 2 (dessen Förderturm noch heute am Eingang des Geländes zu sehen ist). Im Jahr 1889 geht das Bergbaugelände Wendel in die Hände des Unternehmens „Les Petits-fils de François de Wendel et Cie “ (Enkel von François de Wendel & Co.) über. Die abgebaute Kohle wird insbesondere für die Versorgung der Stahlunternehmen der Familie Wendel eingesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Grube Wendel in die „Bataille du charbon“ (Schlacht um die Kohle) hineingezwungen und trägt so zu einer Verdreifachung der Produktion in Lothringen innerhalb von weniger als 10 Jahren bei. 1946 wird die Grube Wendel im Rahmen der Verstaatlichung aller französischen Kohlegruben den Houillères du Bassin de Lorraine, einem staatlichen Unternehmen, unterstellt.

1952 wird der Schacht Wendel 3 gebohrt und 1958 mit der Aufbereitungsanlage 3 auf dem neuesten Stand der Technik ausgestattet. Auch die Schächte Wendel 1 und 2 werden modernisiert und mit neuen Fördertürmen ausgestattet.

Nach 1960 wird der Rückgang im Kohlesektor immer deutlicher. Dennoch modernisiert das Unternehmen die Aufbereitungsanlage 1-2 im Jahr 1962 durch das Aufsetzen eines neuen, zusätzlichen Moduls auf die alte Aufbereitungsanlage. Noch bis ins Jahr 1986 geht der Abbau weiter und es folgen weitere Investitionen.

Im Jahr 1986 wird die Grube stillgelegt, aber ein Teil der Infrastruktur des Geländes wird noch bis 1989 weiterhin für die noch in Betrieb befindlichen anderen Schächte unter der Konzession von Wendel genutzt. 1989 wird der Schacht Wendel 1 geschlossen, 1992 Wendel 2 und 2001 Wendel 3.